Ayurvedisch Leben im Lauf der Jahreszeiten

Der Herbst

 

Die Tage beginnen merklich kürzer zu werden und die Sonne steht nicht mehr so hoch am Himmel,

 

sie vollendet ihren nördlichen Lauf. Nach manchem heißen Sommer erfreut uns die morgendliche Frische und Kühle, weil wir noch die aufgestaute sommerliche Hitze in unserem Körper spüren, obwohl die Temperaturen schon gemäßigt sind. Dies ist ein Anzeichen für einen Pitta Überschuss. Um Krankheiten vorzubeugen, die durch vermehrtes Pitta entstehen können, sollte das überschüssige Pitta über den Darm (Virechena) ausgeleitet oder durch Pitta ausgleichende Ernährung reduziert werden.

 

Da die Sommer in Mitteleuropa aber sehr unterschiedlich, also warm und trocken aber auch kühl und feucht ausfallen können, ist die Ansammlung von Pitta im Organismus unterschiedlich. Der Herbst, in dem eigentlich Vata vorherrschend ist, kann möglicherweise kühl und feucht ( Kapha Eigenschaften) oder auch trocken, kalt und windig (Vata-Eigenschaften) ausfallen Der Stand der Sonne bestimmt die Jahreszeiten und die dazugehörigen Doshas, die aber durch starke Schwankungen des Wetters beeinflusst werden.

 

Stand der Sonne und Doshas

 

Frühling - Kapha

Sommer – Pitta

Herbst -Vata (Pitta)

Winter - Vata

Sonne beginnt nördlichen Kreislauf, steigt höher

Sonne erreicht höchsten Stand

Nördliche Kreislauf der Sonne geht zu Ende

Sonne hat den niedrigsten Stand, auf dem nördl. Kreislauf

Kapha verflüssigt sich

im Körper

Pitta sammelt sich im Körper an

Pitta angereichert, evtl.

Vata ebenfalls nach trockenem Sommer

Vata stark bei kalten trockenem Wetter, Kapha bei feuchtem

 

Aus den oben genannten Gründen empfehle ich beim Jahreszeitenwechsel von Sommer zu Herbst in unserer gemäßigten Klimazone mitunter nur eine leichte Ausleitung oder eine Reduzierung von Pitta. Menschen mit einer Pitta Konstitution erleben am Ende eines Sommers, während der sogenannten schwülen, heißen Hundstagen (Pitta ist feucht und heiß) manchmal eine natürliche Ausleitung, wobei der Körper sich durch einen Durchfall selbst des überschüssigen Pitta entledigt. Andernfalls kann man durch die Gabe von 250ml Milch mit 20 ml Rizinusöl zum Herbstbeginn das angehäufte Pitta ausleiten, . Dies gilt nur für gesunde Menschen im Alter von 7-75 Jahren. Wer eine Darmerkrankung oder andere Erkrankungen hat, sollte auf jeden Fall vorher einen Ayurveda-Heilpraktiker oder Ayurveda-Arzt konsultieren. Reduzieren können Sie Pitta durch die Einnahme von bitterem Ghee und Nahrung mit den Geschmacksrichtungen bitter, adstringierend und süß (z.B. Basmati-Reis).

 

Ausgleichen der Doshas

 

 

Übergang Spätsommer/Frühherbst

Herbst /Spätherbst je nach Witterung

Heißer Sommer

Pitta hoch – ausleiten, Vata reduzieren

Vata oder Kapha beruhigen

Warmer Sommer

Pitta erhöht - reduzieren

Vata oder Kapha beruhigen

Kühler Sommer

Pitta fast normal - keine Maßnahmen

Vata oder Kapha beruhigen

 

 

Die Ernährung

 

im Herbst sollte dann je nachdem ob kaltes, trockenes, windiges Wetter (Vata) oder kühles feuchtes,nebliges Wetter (Kapha) vorherrscht, Vata oder Kapha beruhigend sein. Die Verdauungskraft (Agni) wird nach dem Sommer wieder stärker und sollte unterstützt werden um mehr gehaltvolle Nahrung verdauen zu können und um mehr Energie zu produzieren.

 

Warme Getränke und Speisen sollen bevorzugt werden.

 

Die Nahrung soll gehaltvoll, stärkend sein und das Agni unterstützen.

 

Kitcheri mit gekochtem Gemüse, Warme Suppen, Reis mit Gemüse die in der Jahreszeit in der Region wachsen sind zu bevorzugen.

 

Meiden Sie auf jeden Fall kalte Getränke, Speiseeis, Hartkäse, Yoghurt und alles was Kapha oder Vata provoziert.

 

Allgemein sollten Sie wenig Rohkost essen. Rohkost bringt Kälte in den Körper und schwächt das Agni.

 

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Ernährungsvorschläge für den Herbst:

 

Ayurvedisches Frühstüch ( 1 Portion)

 

100 g Haferflocken oder Dinkelflocken, 5-Korn-Mix bzw. Gerstenflocken

 

1 Handvoll Nüsse (z.B. Mandeln, Sonnenblumenkerne o.ä.)

 

1 Handvoll Rosinen

 

evtl. Ingwer frisch gerieben

 

1 EL Ghee

 

1 Apfel, großzügig gewürfelt

 

Zimt, Kardamom, Bourbon-Vanille)

 

Dicksaft (Agavendicksaft) oder Rohrzucker

 

Wasser

 

In einem kleinen Topf das Ghee erhitzen und darin die Nüsse, den Ingwer und die Rosinen

 

anrösten. Anschließend die Flocken darüber geben. Das Ganze schwenken und anschließend mit so viel Wasser aufgießen, so dass das Wasser ca. 1 cm über den Flocken steht. Nun die Temperatur herunterstellen. In einem anderen kleinen Topf etwas Wasser erhitzen und darin den gewürfelten Apfel mit dem Zimt weich dünsten. Wenn die Flocken alles Wasser aufgenommen haben, werden die Flocken in einen tiefen Teller gegeben und mit dem gedünsteten Apfel vermischt. Zum Süßen jetzt den Agavendicksaft oder den Rohrzucker nach Belieben verwenden.

 

Tipp: Wer mag, kann noch 1 TL Ghee über den warmen Brei geben.

 

 Zarte Ingwermöhren für das Mittagessen (3-4 Personen)

 

750 g Möhren,

 

ca. 1 cm langes Stück Ingwer,

 

1 El Ghee, 1 Nelke,

 

1 Tl Koriandersamen,

 

½ Tl Kreuzkümmelsamen,

 

Kräutersalz, frischer Koriander

 

Die Möhren schälen, in Scheiben oder Stifte schneiden. Den Ingwer ebenfalls schälen, fein raspeln oder würfeln. Die Gewürze mit dem Salz im Mörser zerkleinern und im Ghee etwas anbraten. Dann den Ingwer hinzufügen und kurz anbräunen, die Möhrenstücke dazugeben und mit ca. einer Tasse Wasser ablöschen und gar köcheln lassen. Zum Schluß den frischen Koriander unterheben oder darüber streuen.

 

 

Pastinakencremesuppe für das Abendessen (für 4 Personen)

 

3 Pastinaken,

 

½ Stange Lauch (klein),

 

1 El Ghee,

 

2 Tl Fenchelsamen,

 

1 Tl Kreuzkümmelsamen,

 

½ Tl Currypulver (mild),

 

½ Tl frischer geriebener Ingwer,

 

1½ l ausgekochte Gemüsebrühe,

 

1 Ms Muskat, Kräutersalz und etwas schwarzer Pfeffer und frische Petersilie

 

Die Pastinaken und den Lauch klein schneiden, mit der Gemüsebrühe weich kochen und pürieren.

In einem Extra-Topf das Ghee erhitzen und die fein gemörserten Fenchel und Kreuzkümmel hinzufügen und unter ständigem Rühren etwas anrösten. Dieses zu der pürierten Gemüsesuppe hinzufügen, mit etwas Kräutersalz, Pfeffer und 1 Msp Muskat abschmecken und mit frisch gehackter Petersilie dekorieren. Evtl. etwas Zitrone noch hinzugeben.

 

Die tägliche Routine (Dinacharya) im Herbst

 

Beginnen Sie in den letzten sieben Tagen des Sommers und den ersten sieben Tagen des Herbstes mit der Umstellung in der Ernährung und der täglichen Routine. Dabei sollten Sie sich nicht starr an dem kalendarischen Herbstbeginn orientieren, sondern auch die Witterungslage berücksichtigen.

Stehen Sie morgens gegen 6.00 Uhr auf. Ölmassagen sind im Herbst besonders wichtig um den Körper zu stärken und widerstandsfähig zu machen. Nehmen Sie dafür Sesamöl oder ein mediziniertes, stärkendes Öl wie Maha Narayan tailam, bevor Sie nach ca. 20 Min.eine warme Dusche nehmen. Machen Sie nach dem Zähneputzen mit warmen Sesamöl eine Mundspülung und gurgeln Sie mit warmen Wasser in dem Sie über Nacht einen TL Haritaki eingeweicht haben. Mit Yoga Asanas und Atemübungen können Sie Vata und Kapha beruhigen. Besonders geeignet ist auch der Sonnengruß. Machen Sie so viele Durchgänge wie Sie können und steigern sie möglichst täglich um einen mehr auf 12. Geben Sie täglich 1-2 Tropfen Anu Tailam Nasenöl in jedes Nasenloch und massieren es etwas ein.

Bei einer Vata Konstitution oder sehr kaltem , trockenem Wetter können Sie einmal die Woche mit 50ml warmen Sesamöl und einer Prise Salz am Abend nach dem Abendessen einen Einlauf machen.

 

Mit einer ayurvedischer Ernährung und Lebensweise kommen Sie gut durch den Winter und können Sie sich jetzt schon auf einen gesunden Frühling freuen.

 

 

 


 

Ayurvedisch Leben im Lauf der Jahreszeiten

Der Sommer

 

Licht, Leben, Freude

 

Je nördlicher wir auf der Erdhalbkugel kommen, desto größer ist die Freude über Sommer, Sonne und Wärme.. Die Sonne lässt alles wachsen und erblühen, kann aber auch ohne den befeuchtenden, kühlenden und zusammenhaltenden Effekt des Wassers austrocknend, verbrennend, zerstörerisch sein.

Der Sommer ist die Zeit in der die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, das Element Feuer den stärksten Einfluss hat. Pitta- Dosha, das Transfomationsprinzip besteht hauptsächlich aus Element Feuer und nur ein wenig Wasser. Es ist das vorherrschende Dosha des Sommers. Ist ein Sommer jedoch außergewöhnlich trocken kann sich auch der Einfluss von Vata-Dosha durch die Eigenschaften trocken und rauh bemerkbar machen.

 

Feuer und Wasser

Wie in jeder Jahreszeit geht es auch im Sommer um die Erhaltung des Gleichgewichts im menschlichen Organismus. Bei Umgebungstemperaturen die die Kerntemperatur des menschlichen Körpers (ca.37°C) übersteigen,wird es schwer für den Körper diese Temperatur zu erhalten. Wer hat dann nicht das Bedürfnis an einem heißen Sommertag ein kühlendes Bad zu nehmen oder hat ein Verlangen nach kühlen Getränken. Auch eine kühle Brise (Bewegungsprinzip Vata) wird als angenehm empfunden.

Die Kühle des Mondes, der Element Wasser verkörpert und das Element Feuer der Sonne, also Licht und Wasser sind Grundvoraussetzungen für Leben. Beides im rechten Maße schafft dem Menschen Wohlbefinden. Ein Übermaß des einen oder anderen erzeugt Unwohlsein bis hin zur Zerstörung.

 

Vata, Pitta und Kapha

Je nach Konstitution können die Menschen Hitze und Sonne unterschiedlich gut vertragen.. Menschen mit einer Pitta dominanten Konstitution leiden unter Hitze, vor allem unter feuchtwarmen Klima, Sie meiden eher die Sonne suchen Schatten und Abkühlung. Vata Konstitutionen dagegen fühlen sich sehr belebt durch warmes Wetter und halten sich gern in der Sonne auf. Menschen mit hohem Kapha- Anteil mögen Wärme aber keine feuchtwarme Hitze.

 

Die Haupteigenschaften der Doshas erklären Vorliebe oder Abneigung von Sommerwetter

 

Vata

Pitta

Kapha

kalt

rauh

trocken

Heiß

feucht

durchdringend

kühl

feucht

schleimig

Liebt Wärme auch feuchte

Mag es generell lieber kühl

Mag trockene Wärme

 

Den Sommer genießen

Stehen Sie im Sommer früh auf, am besten gegen 5 Uhr. Putzen Sie ihre Zähne mit einer bitteren Zahnpasta oder Zahnpulver. Reinigen Sie die Zunge mit einem silbernen Zungenreiniger und spülen den Mund mit Kokosnussöl. Danach trinken Sie am besten ein Glas Wasser.

Gehen Sie spazieren oder machen Yoga.vermeiden Sie aber Pranayama- und Yoga-Übungen die Pitta vermehren. Besonders geeignete Yogaübungen sind z.B. Brücke, Kamel Bogen und Kobra.. Diese Übungen vermindern Pitta in Leber und Dünndarm, wo Pitta physiologisch schon stark vorhanden ist.. Jogging im Sommer ist nicht zu empfehlen und wenn, dann nur früh morgens. Tragen Sie weite Kleidung aus Baumwolle oder Seide, das kühlt den Körper Meiden Sie Farben wie Rot, Orange oder intensives Gelb, welche wärmende Farben sind

Wenn Sie eine Sonnenbrille tragen, meiden Sie rote, orangene oder gelbe Gläser. Diese drei Farben verstärken Pitta, nehmen Sie blaue oder grüne Gläser, diese Farben haben ein kühlende Wirkung.

Wie in den warmen Regionen der Erde üblich, sollte nicht in der Mittagshitze und in der Sonne gearbeitet werden. Bei großer Hitze sollte geruht werden, bis es nachmittags wieder kühler wird. Halten Sie sich möglichst im Schatten auf und trinken ausreichend Wasser.

 

Eine gute kühlende Pranayama- Übung ist der Sitali Atem. Strecken Sie ihre Zunge heraus und formen Sie sie zu einer Röhre. Atmen Sie durch die gerollte Zunge in den Bauch hinein, halten den Atem dort ein wenig und atmen durch die Nase wieder aus. Diese Übung kühlt Pitta im Verdauungstrakt.

 

Machen Sie in den kühlen Abendstunden Spaziergänge, besonders bei Mondschein um den kühlenden Effekt des Mondes zu genießen. Massieren Sie sich mit Kokosöl oder Sonnenblumenöl und duschen danach mit kühlem Wasser. Heiße Duschen provozieren Pitta und sollten deshalb vermieden werden. Neem- oder Sandelholzseife sind zum waschen im Sommer besonders geeignet.

 

Tragen Sie im Sommer Perlen oder Schmuck aus Jade und Aquamarin.

 

Nahrungsfülle des Sommers

 

Die reichliche Auswahl an Nahrung, die uns unser Lebensraum im Sommer anbietet, entspricht den Anforderungen des menschlichen Organismus um das homöostatische Gleichgewicht zu erhalten

 

Das natürliche Verlangen nach Jahreszeit konformer Nahrung ist vielen Menschen nicht mehr bewusst oder wird ignoriert. Ein Großteil der uns im Sommer angebotenen Nahrung entspricht überhaupt nicht der Jahreszeit. Wenn allein die Sinne die Nahrungsauswahl bestimmen, steht die gewählte Nahrung unter Umständen im Widerspruch zu den körperlichen Bedürfnissen entsprechend der Jahreszeit. Wichtig ist, die körperlichen Bedürfnisse und das Verlangen der Sinne zu unterscheiden. Bei großer Hitze ist das Agni (Verdauungskraft) schwach und daher unser Hunger eher gemäßigt. Schwerverdauliche Nahrung sollte dann gemieden werden.

 

Heizen Sie im Sommer ihre Wohnung?

Vor den folgenden Empfehlungen zur Nahrungsaufnahme im Sommer noch etwas wesentliches zum besseren Verständnis. Wie schon oben erwähnt ist Pitta im Sommer dominant, was den Körper und Geist schwächt. Der Körper ist einer hohen Umgebungstemperatur ausgesetzt. Die Eigenwärme produziert der Organismus durch Verdauungs- und Muskeltätigkeit. Wir fühlen uns deshalb bei großer Hitze schwach, bewegen uns ungern und der Appetit ist gering. So wird vermieden noch zusätzlich Wärme zu produzieren. Hören Sie auf die Weisheit ihres Körpers und nehmen Sie leicht verdauliche Nahrung in angemessener Menge zu sich und meiden körperliche Anstrengung wo es nur geht.

 

Tageszeit und Ernährung

 

 Die Doshas im Rhythmus der Tages- und Jahreszeiten

Dosha

Kapha

Pitta

 

Vata

 

Tagesverlauf

6 - 10 Uhr

 

10 - 14 Uhr

14 - 18 Uhr

Nachtverlauf

1 - 22 Uhr

 

22 - 2 Uhr

2- 6 Uhr

Jahreszeit

7. Februar - 7. Juni

 

7. Juni - 7. Oktober

7. Okt - 7.Februar

 

Trinken Sie nach dem Aufstehen in der Vata-Zeit, zwischen 5.00 und 6.00 Uhr, etwas warmes Wasser. Nutzen Sie die Kapha-Zeit zwischen 6.00 und 10.00 Uhr Kräfte für den Tag zu sammeln.

Frühstücken Sie am besten erst gegen 10.00 Uhr bei beginnender Pitta-Zeit, dann können Sie das Frühstück am besten verdauen. Zu empfehlen ist eine leichte Mahlzeit wie z.B:

 

Frühstücksbrei mit Reisflocken (für 2 Personen)

 ½ l Sojamilch, Reismilch oder Hafermilch etc.

 6 El Reisflocken, 2 El Rosinen, 1 Feige getrocknet und klein gehackt, 1 El gehackte Mandeln, twas Zimt gemahlen, etwas Kardamom gemahlen, 1 Tl Ghee

 Milch in einem Topf erhitzen, bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren Reisflocken hineingeben. Dann Ghee, Gewürze, Trockenfrüchte und Mandeln. Solange kochen lassen, bis ein Brei entsteht (5-10 min.) Man kann statt Reisflocken auch Dinkel- oder Haferflocken nehmen. Oder als Variation andere Trockenfrüchte wie Datteln z.B.

 

Verzichten Sie auf eisgekühlte oder heiße Getränke, bevorzugen Sie Getränke mit Umgebungstemperatur. Kalte Getränke schwächen das Agni und heiße Getränke bringen zu viel Hitze in den Körper.

 

Das Mittagessen sollte zwischen 13.00 und 14.00 Uhr eingenommen werden, danach ist eine Ruhephase angebracht. Schlafen sollten Sie nur bei ganz großer Hitze. Frisches, reifes, saftiges  Obst oder Salat kühlt den Körper und ist in der Mittagszeit, der Zeit der stärksten Verdauungskraft

 ein ideales Essen. Das Abendessen sollten Sie zwischen 18.00 und 19.00 Uhr einnehmen. Am besten eine leichte Suppe wie z.B. die

 Ayurvedische Abendsuppe (für 4 Personen)

 1 El Ghee, 1 Zwiebel, 750 ml Ingwerwasser oder ausgekochte Gemüsebrühe, 500 g Gemüse z.B. Karotten, Sellerie, Fenchel, etwas Kartoffel oder Süßkartoffel, Kürbis, etwas grüne Bohnen (am besten Gemüse der Jahreszeit entsprechend, aber kein Kohl, da er bläht),

 ½ Tl gem. Bockshornklee, 1 Tl gem. Kreuzkümmel, ½ Tl Koriander, ¼ Tl Paprika edelsüß, etwas Salz und Pfeffer schwarz, 1 Tl Zitronensaft

  • Die Zwiebel und das Gemüse klein schneiden.

  • Das Ghee in einem Topf erhitzen und die Gewürze darin kurz anrösten, dann gehackte Zwiebel hinzufügen und etwas dünsten, danach das kleingeschnittene Gemüse unterrühren. Mit dem Ingwerwasser oder der Gemüsebrühe auffüllen und ca. 25 min köcheln lassen.

  • Mit etwas Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken sowie den Zitronensaft hinzufügen.

  • Man kann noch frische Kräuter dazugeben wie Basilikum, Dill, Petersilie oder Koriander

Kohlenhydrate und Salate sollten am Abend gemieden werden. Essen Sie nach dem Abendessen nichts mehr.

 

Trinken Sie vor dem Schlafengehen, ca. 22.00 – 23.00 Uhr etwas warmes Wasser.

 

All diese Empfehlungen helfen Ihnen, einen beschwingten und gesunden Sommer zu erleben. So können Sie die Zeit des Lichts und der Wärme genießen und freuen sich am Ende dieses Sommers auf die nächste warme Jahreszeit.

 

 

 


 

Ayurvedisch Lebenim Lauf der Jareszeiten

 

Der Frühling

 

Ayurveda und Jahreszeiten

 

Auch wenn heute die Menschen in Europa, größtenteils eine Lebensweise haben, die scheinbar unabhängig von jahreszeitlichen Einflüssen ist, sind sie dennoch eingebunden in die Vorgänge und Wechselwirkungen der Natur. Wir halten uns in klimatisierten Räumen auf und erleuchten durch künstliches Licht die Nächte. Unsere Lebensweise orientiert sich zum großen Teil nicht mehr an den natürlichen Rhythmen des Lebens. Viele Menschen bemerken nicht mehr, wie die Jahreszeiten die Vorgänge im menschlichen Körper und Geist maßgeblich beeinflussen. Im Ayurveda, der Wissenschaft vom Leben, wird eine der Jahreszeit angepasste Ernährung und Lebensweise empfohlen. Gesundheit ist die natürliche Harmonie der Gewebe, Organe, Doshas und Geist miteinander im Einklang mit den natürlichen Rhythmen der Natur. Krankheit entsteht durch Disharmonien. Abendessen zur Nachtzeit, Erdbeeren im Januar und Joggen bei 35°C im Sommer sind einige Beispiele für disharmonische Lebensweise.

 

 

Jahreszeiten in Indien und in Europa

 

Die Jahreszeiten und die Übergänge von einer Jahreszeit in die nächste verlaufen in den verschiedenen Regionen der Erde sehr unterschiedlich. In Indien, dem Ursprungsland des Ayurveda, wird das Jahr in sechs Jahreszeiten eingeteilt im Gegensatz zu den uns bekannten vier in Europa. Der Frühling beginnt auf der nördlichen Halbkugel zur Frühjahrs-Sonnenwende um den 20. März, wenn die Sonne ihren nördlichen Lauf beginnt und damit die helleren und wärmeren Jahreszeiten ihren Anfang nehmen. Da sowohl Indien als auch Europa auf der nördlichen Halbkugel liegen, sind die Jahreszeiten nur rein klimatisch von der Aufteilung und Benennung her unterschiedlich, unterliegen aber gleichermaßen dem Lauf der Sonne.

 

 

Aufteilung der Jahreszeiten in Indien

 

Shishir (Spätwinter)

Vasant

(Frühjahr)

Greeshma (Sommer)

Varsha

(Regenzeit)

Sharad

(Herbst)

Hemant

(Frühwinter)

16 Jan. bis

15 März.

16 März bis

15 Mai

16 Mai bis

15 Juli

16 Juli bis 15 Sept.

16 Sept. bis 15 Nov.

16 Nov. bis

15 Jan.

 

 

Aufteilung der Jahreszeiten in Europa

 

22.März bis 21.Juni

22. Juni bis 22.Sept.

23. Sept. bis 21.Dez.

 

22.Dez.bis 21. März

Frühling

Sommer

Herbst

Winter

nördlicher Lauf der Sonne

südlicher Lauf der Sonne

 

 

Frühjahrsqualitäten

 

In Europa kann man immer wieder erleben, wie unterschiedlich Jahreszeiten in unserer Klimazone verlaufen können. Wir kennen Frühling mit fast sommerlichen Temperaturen schon im März aber auch Schnee bis in den April hinein. Einen zu kühlen und feuchten Frühling mit zu wenig Sonnenstunden und zu viel Regen nennen wir Ayoga. Einen ungewöhnlich sonnigen und regenarmen Frühling bezeichnen wir im Ayurveda als Atiyoga. Am Beginn des Wachstums der Pflanzen und dem Ende des Winterschlafes der Tiere lässt sich deutlich erkennen, welchen Einfluss die Jahreszeiten auf alle lebende Organismen, also auch auf den Menschen haben.

 

Zeit der Anpassung

 

Den Frühling empfinden viele Menschen in unserer Klimazone als die Zeit des Aufbruchs und der Erneuerung verbunden mit der Hoffnung auf Licht, Farben und Wärme. Der Einfluss des Mondes und damit dessen kühlende und Kraft spendende Wirkung nehmen beim Wechsel vom Winter zum Frühling ab, die wärmende aber auch schwächende Wirkung der Sonne nimmt zu. Für das Gemüt bedeutet der Frühling für die meisten Menschen aufblühende Lebensfreude. Dennoch nehmen im Verlauf der warmen Jahreszeit die körperlichen Kräfte ab, wie später an manchen heißen Sommertagen deutlich zu spüren ist.

 

In vielen Kulturen dieser Erde ist das Frühjahr auch eine Zeit der Reinigung, wie z.B. die christliche Fastenzeit vor Ostern. Der ayurvedischen Auffassung nach sollten bei jedem Übergang von einer Jahreszeit zur nächsten, körperlich und geistig ausgleichende Maßnahmen, durchgeführt werden. Angepasste Ernährung und Schlafdauer, Yogaübungen und Mantren helfen beim Übergang in eine andere Jahreszeit. Dabei werden Alter, Gesundheitszustand wie auch die durch die Doshas bestimmte Konstitution berücksichtigt.

 

Maß, Überfluss

 

Eine der Jahreszeit nicht angepasste Lebensweise und Ernährung kann die Qualität und Quantität der Dhosas im menschlichen Körper und Geist stören was zu Erkrankungen führt. Das Wort Dosha hat im Sanskrit viele Bedeutungen, z.B. auch Verderber oder Krankheit. In der ayurvedischen Betrachtungsweise spielt Kapha-Dosha im Frühling eine ganz besondere Rolle. Ka bedeutet Wasser und pha gedeihend. Kapha ist das Dosha was uns körperliche Kraft, Geschmeidigkeit und Erinnerung gibt.

 

Je nach Lebensweise, Ernährung aber auch durch kühle und feuchte Witterungseinflüsse kann sich Kapha über den Winter im menschlichen Körper übermäßig anreichern oder seine Eigenschaften verändern. Dann begünstigt Kapha, mit seinen Eigenschaften kühl, feucht, schleimig und träge, unter anderem die im Frühjahr häufig auftretenden verschiedenen Erkältungskrankheiten. Frühjahrsmüdigkeit ist eine weitere Erscheinung die maßgeblich von Kapha-Dosha beeinflusst wird.

 

Jahreszeit und Doshas

 

Frühjahr

Sommer

Herbst

Winter

21. März bis 20 Juni

21.Juni bis 21.Sept.

22. Sept. bis 20. Nov.

 

21. Nov. bis 20. März

 

Kapha vermehrt

 

Pitta nimmt zu

 

Vata vermindert

Kapha vermindert

 

Pitta nimmt weiter zu

 

Vata schwach

Kapha schwach

 

Pitta stark

 

Vata nimmt zu

Kapha nimmt zu

 

Pitta schwach

 

Vata stark

 

Reduzierung und Ausleitung

 

Durch den zunehmenden Einfluss der Sonne verflüssigt sich das kühle und zähe Kapha im Organismus. Dadurch kann das Kapha im Körper leichter bewegt und besser durch die sogenannten Panchakarma Behandlungen wie z.B. Vamana (therapeutisches Erbrechen) aus dem Körper leichter ausgeleitet werden. Durch die Einnahme von erhitzenden Kräutern,wie z.B. Ingwer, eine Kapha Diät und viel Bewegung kann Kapha reduziert und in seinen Eigenschaften positiv verändert werden. Eine Ausleitung von Kapha-Dosha ist nur notwendig wenn eine Reduzierung oder eine Beeinflussung der Qualität von Kapha das individuelle Gleichgewicht nicht wieder herzustellen vermag.

 

Frühling und Ernährung

 

Die variablen Verläufe des Frühlings erfordern eine speziell abgestimmte Ernährung.

 

Die proportionalen Anteile der Geschmacksrichtungen Süß, Sauer, Salzig, Scharf, Bitter und Herb sind entsprechend des Gesundheitszustandes, der Jahreszeit, der Konstitution sowie des Alters anzupassen. In besonderen Fällen ist vielleicht notwendig einen Geschmack stark zu reduzieren oder ganz wegzulassen. Die unten in der Tabelle genannten Geschmacksrichtungen und Eigenschaften sind auf die konstitutionellen Doshas im Frühling bezogen.

 

 

Vata

Pitta

Kapha

Frühling

süß, scharf, warm, etwas fettig und etwas sauer

süß, bitter, mäßig scharf und mäßig warm, zusammenziehend

scharf, warm, trocken,

etwas zusammenziehend

 

 

Entschlackung im Frühjahr

 

Morgens ca. 7 Uhr: 1 Tasse warmes Wasser mit frisch gepressten Zitronensaft und 1Teelöffel Honig auf nüchternen Magen trinken (regt den Stoffwechsel an).

 

Bis 30 Min. vor Mittagessen alle 30 Min. 1 Tasse heißes, mindestens 10 Min. gekochtes Wasser trinken. Kann in einer Thermoskanne aufbewahrt werden.

 

Mittags zwischen 12-14 Uhr: frisch gekochte Gemüsesuppe oder Gemüse mit vielen frischen Kräutern, Reis oder Nudeln (Nudeln nur in der Suppe), aber ohne Fett und Fleisch, soviel man mag. Nur bei starker Vata-Dominanz ein wenig Sesamöl hinzufügen.

 

Ab 60 Min. nach dem Mittagessen, bis 30 Min. vor dem Abendessen, wieder regelmäßig

 

1 Tasse gekochtes Wasser trinken.

 

Abends nicht später als 18 Uhr: wie mittags frisch gekochte Gemüsesuppe oder Gemüse.

 

Nicht die Reste vom Mittag aufwärmen.

 

Zwischendurch dürfen falls der Hunger groß ist Reiswaffeln aus dem Reformhaus gegessen werden. Bei der Auswahl des Gemüses und der Kräuter orientieren Sie sich an den oben in der Tabelle genannten Geschmacksrichtungen

 

Besonders geeignetes Gemüse: Artischocke, Bittergurke, Brokkoli, Erbsen, Fenchel, Kartoffeln, Lauch, Okra, Paprika, Rote Beete, Sellerie, Spinat, Spargel.

 

Sie können diese Frühjahrs-Kur nach eigenem Ermessen zwischen 3 und 7 Tagen, am besten im April oder Mai durchführen.

 

Unterstützend können Kräuterpulver oder Tabletten eingenommen werden z.B:

 

Triphala – gleicht die Doshas aus, regenerierende und immunstimulierende Wirkung.

 

Trikatu – Kapha reduzierend, nicht bei übermäßigem Pitta verwenden.

 

Hinguvastaka – reduziert Kapha und Vata, stärkt das Agni.

 

Dosierung nach Angaben der Ayurvedischen Schriften oder der Anbieter.

 

 

Kommen Sie gut durch den Frühling in den Sommer