Depressionen

Depressionen, eine Volkskrankheit?

Die Zunahme von Depressionen in den letzten 10 Jahren, auch unter Jugendlichen ist, nicht von ungefähr. Die Beanspruchung mit Alltag mit geringer Wertschätzung und hoher psychischer belastung sind nur zwei der Ursachen. Im folgenden Artikel zeige ich Ayurvedische behandlungsmethoden auf.

 Ayurvedische Behandlung von Depressionen

 Depressionen gehören zu den am häufigsten vorkommenden psychischen Störungen in den westlichen Industrieländern. Sicher kennt jeder gewisse depressive Episoden oder depressive Verstimmungen von einigen Stunden oder Tagen, die aber meist durch die Fähigkeit der Eigenregulation ausgeglichen werden können. In der modernen westlichen Psychologie gibt es eine stark differenzierende Diagnostik, die neben den endogenen Depressionen eine ganze Reihe von unterschiedlichsten Depressionsformen kennt. Die lavierte, reaktive, Alters- oder Überforderungsdepression, um nur einige zu nennen, können nach Ursache oder Symptomatik unterschieden werden. Ich möchte hier aber, trotz meiner fast 20 jährigen therapeutischen Erfahrung in diesem Bereich, nicht weiter auf die Diagnostik, Ursachenforschung und Therapie der modernen westlichen Psychologie eingehen. Die Anwendung von Psychopharmaka als alleinige Therapie ist ebenso verbreitet wie eine Kombination aus therapeutischer Intervention und medikamentöser Therapie oder der alleinigen therapeutischen Begleitung mittels unterschiedlichster Therapieformen. Die Transpersonale Psychologie überschreitet dabei die Grenzen der menschlichen Persönlichkeit in den Bereich der spirituellen Existenz des Menschen hinein. Dem Menschen als komplexes Wesen mit individueller Persönlichkeitsstruktur als spirituelle Wesenheit zu begegnen. In der modernen westlichen Psychologie wird gerade bei der sogenannten endogenen Depression von einer Störung des Gehirnstoffwechsels ausgegangen. Als Anhänger der Transpersonalen Psychologie und Ayurveda-Medizin praktizierender, sei mir die Frage erlaubt, ob die Störungen im Gehirnstoffwechsel Ursache oder Symptom sind?

 Ist die Depression ein Symptom der Störung oder ist die Störung ein Symptom der Depression auf der somatischen Ebene? Sollte die Störung des Gehirnstoffwechsels ein Symptom sein, stellt sich die Frage nach der Ursache. Wie so häufig bietet uns die Ayurvedische Medizin die Möglichkeit einer Erklärung. Depressionen treten nach ayurvedischer Auffassung durch die Vermehrung der Gunas, Tamas und Rajas im Zusammenspiel mit verunreinigtem Kapha-Dosha und manchmal auch Vata-Dosha auf. Stehen Tamas und Kapha im Vordergrund haben wir es mit der klassischen Symptomatik einer Depression zu tun. Bei stärkerer Beteiligung von Vata und Rajas kommt es zu einer bipolaren, einer sogenannten manisch - depressiven Störung.

 

 Chittavasada

 ist der Begriff im Ayurveda für Depressionen. Chitta bedeutet in diesem Zusammenhang Geist oder Psyche und Avasada steht für Traurigkeit und ein Stadium der Trägheit. Depression ist ein Zustand von innerer Dunkelheit und Leblosigkeit. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Manovahasrotas, die ihre Wurzel im Herzen (Hrdaya) haben. Mit Hrdaya ist nicht das organische Herz sondern das spirituelle Herz, der spirituelle Raum rechts vom organischen Herzen, Bewusstsein, die Wurzel der Ich-Vorstellung gemeint. Es ist der stille Beobachter, der ewig Existente ohne Anfang und Ende. Hier haben die Manovahasrotas ihren Ursprung und öffnen sich zu den fünf Sinnen. Die Unterdrückung von Emotionen oder übersteigerte Emotionen, Ängste, Ärger und Drogen haben einen schädigenden Einfluss auf diese Srotas. Mit sich, seinen Emotionen, Gedanken, Gefühlen und Handlungen kongruent, im Einklang zu sein, ermöglicht den ungestörten Fluss in den Manovahasrotas. Sind diese gestört und die Sinneseindrücke erreichen das Hrdaya nicht mehr, fühlen wir uns stumpf, leblos, mutlos und freudlos. Hrdaya gibt uns Mut, Freude und das Gefühl von Lebendigkeit. Es beleuchtet alles Wahrgenommene, es ist das Licht in uns.

 Die weiter unten aufgeführten Ursachen können zu Inkongruenz, zum gestörten Fluss in den Mahavahasrotas führen. Inkongruenz, mit sich nicht im Einklang sein bedeutet mangelnde Selbstliebe. Liebe ist Licht im Herzen, ist Freude aus sich selbst heraus, unvergänglich, des Menschen wahre Natur. Nur Selbstliebe ermöglicht die umfassende Liebe zu allen Lebewesen.

 

 Ursache für psychische Störungen können z.B. sein

eine nicht der Konstitution entsprechende Ernährung, nicht kompatibler Nahrung, die regelmäßige Aufnahme großer Mengen tamasischer Nahrung wie Süßigkeiten, Alkoho

falsche Lebensweise, Beruf, soziale Kontakte, Wohnsituation usw.

        zu geringe oder zu starke Stimulation der Sinne, hektisches Großstadtleben, Einsamkeit, Dauerstress usw.

        zu geringe Unterscheidungsfähigkeit, falscher Umgang mit der Intelligenz, mangelnde Urteilskraft durch nicht 

        förderliche  geistige Nahrung wie z.B. Soaps, negative Weltsicht, Wut, Gier, Hass usw.

         körperliche Erkrankungen

         Ängste, Traumat

         gestörte Doshas  

 

Therapiemöglichkeiten:

 Die Therapiesituation ist schon Therapie

 Der Glaube, dass der Mensch im Herzen, in seinem Wesen gut ist, ermöglicht es dem Therapeuten den Klienten vorbehaltlos anzunehmen. Die vorbehaltlose Akzeptanz des Klienten schafft eine therapeutische Situation, in der der Klient sich angenommen fühlt und sich auch selbst anzunehmen lernt, mit sich in Kongruenz, in Frieden zu kommen.

 Es gilt die Sattva-Qualitäten zu vermehren um Tamas und Rajas zu vermindern. Sattva lässt das Licht des Hrdaya in Sprache, Denken und Handeln erscheinen. Sattva ist die Klarheit durch die das Licht scheint. Die Unruhe des Rajas bricht das Licht wie unruhiges Wasser, das Dunkle und die Trägheit des Tamas dimmt es herunter wie trübes Wasser.

 Die sattvischen Qualitäten des Therapeuten müssen schon ausgeprägt sein um diesem Anspruch gerecht zu werden. Er muss mit sich in Kongruenz sein und über die Selbstliebe zur Liebe zum Klienten finden.

 

Lösungsmöglichkeiten

 Die Beseitigung oder Milderung verschiedener Ursachen wie z.B. oben erwähnte belastende Lebensumstände, falscher Beruf, schlechte Wohnsituation, fehlende soziale Kontakte sollen im therapeutischen Gespräch behandelt werden und dem Klienten Zugang zu seinen eigenen Ressourcen mit entsprechenden Lösungsansätzen ermöglichen. Die Einnahme eines der unten erwähnten Churnas wie z.B. Shankapuspi, Meditation oder Entspannungsübungen wirken dabei unterstützend.

 

 Förderung von Sattva

-Sattvische Nahrung, vermeiden von rajasicher und tamasischer Nahrung

-Mantren und Gebete rezitieren

-Texte aus heiligen Schriften lesen

-Meditation

-Pranayama

-Yoga

-regelmäßiger Schlaf und Essen

-geregelte Tagesroutine, z.B. frühes morgendliches Aufstehen

erhellen den Geist, beruhigen die Sinne, verbessern die Unterscheidungsfähigkeit und stärken die Urteilskraft.

 

Snehana und Pancha Karma

 Ebenso gehören zur Therapie ein liebevoller Dienst des Therapeuten am Klienten. Snehana – Ölbehandlungen, sehe ich als Ausdruck des Guten, der Liebe im Menschen. Die ayurvedischen Ölbehandlungen wie Shirodhara, Shirobasti, Abhyanga, wie auch Pindasveda sind Behandlungen der Wahl bei Depressionen.

 Aber auch Panchakarma zur Reinigung von Körper und Geist findet Anwendung, falls der Patient nicht zu ängstlich, zu alt oder zu schwach ist. Die Zusammensetzung einer Panchakarma Therapie ist natürlich von der Konstitution (Prakruti) und seiner gegenwärtigen Verfassung (Vikruti) abhängig.

 Eine dreiwöchige intensive Behandlung durch Ölbehandlungen und/oder Panchakarma kann,

 wie die Erfahrung zeigt, schon eine deutliche Besserung oder gar die Beseitigung der Depressionen bewirken. Dies ist selbstverständlich vom Ausmaß der Störung und Umfang der Behandlungen abhängig.

 

 Für Snehana eignen sich besonders:

 Brahmi tailam besonders im Kopfbereich, öffnet den Geist und besänftigt Emotionen.

 Ashwagandha tailam stärkt das Nervengewebe und beruhigt den Geist

 Shatavari Tailam gleicht die Gefühle aus.

 Kseerabala 101 für Nasya stärkt das Nervengewebe

 

Dravya Guna

Ashwagandha Ashwagandha Ghritam Saraswatharishta

Brahmi Brahmi Ghritam Ashwagandharishta

Atmagupta Brahma Rasayana

Jatanamsi

Shankhapuspi

 Die Single herbs können einzeln oder als Churna individuell zusammengestellt mit einem geeigneten Anupanam (Begleitsubstanz) verabreicht werden. Besonders geeignet sind Rasayanas bei der Behandlung von Depressionen. Die Ghritams und Arishtas werden mit etwas warmem Wasser eingenommen

 Die ayurvedische Behandlung psychischer Störungen erfordert erfahrene Therapeuten mit umfangreichen Kenntnissen in ayurvedischer Medizin, Psychologie und mit spirituellen Erkenntnissen. Die Grenzen der Persönlichkeit überschreitend, den Klienten auf seinem Weg

 der Selbstfindung zu begleiten, im individuellen Rahmen der Möglichkeiten des Klienten, ist die Aufgabe des Therapeuten. Die Depression ist, so meine ich, Ausdruck einer gestörten Selbstfindung. Verzweiflung, Angst, Mut- und Hoffnungslosigkeit ist eine Welt der Finsternis, die durch das Licht des Herzens erhellt werden kann und die Dunkelheit vertreibt. Mit spiritueller Erkenntnis den Klienten begleiten. Das Wissen des Therapeuten, kann dem Menschen Hilfe sein diesen Weg zu finden um mit sich in Frieden zu kommen und vom eigenen Licht erfüllt zu sein. Die Liebe zum Menschen ist die Kraft, die den Weg zum Herzen findet und erfordert mehr als medizinisch psychologisches Wissen.. Seelsorge und Heilkunde kommen wieder zusammen, weil sie zusammen gehören.